Rechtsanwalt für Strafrecht / Strafverteidiger

Das Strafrecht ist ein hochkomplexer Bereich. Strafrecht unterscheidet sich sehr massiv vom Zivilrecht. Daher sollten Sie sich im Strafrecht stets an einen auf das Strafrecht spezialisierten Anwalt wenden. Ich bearbeite seit 15 Jahren Fälle aus dem Strafrecht und bin seit über 10 Jahren Fachanwalt für das Strafrecht. Dieser Titel wurde mir im Jahre 2008 von der Rechtsanwaltskammer Berlin verliehen.

Ich übernehme bundesweit Verteidigungen im Bereich

  • allgemeines Strafrecht (Körperverletzung, gefährliche Körperverletzung, Nötigung, Erpressung, Raub, etc.)
  • Verkehrsstrafrecht (unerlaubtes Entfernen vom Unfallort, Trunkenheit im Straßenverkehr, Nötigung, Fahren ohne Fahrerlaubnis, etc)
  • Wirtschaftsstrafrecht (Insolvenzverschleppung, Untreue, Unterschlagung, Betrug, sämtliche Insolvenzdelikte, etc)
  • Korruptionsstrafrecht (Vorteilsannahme, Bestechung, etc)
  • Steuerstrafrecht (Steuerhinterziehung, Steuerhehlerei)
  • Jugendstrafrecht

Ich empfehle: Keine Aussage ohne Anwalt und ohne Akteneinsicht

Im Strafrecht erhält der Beschuldigte (derjenige, gegen den sich ein Strafermittlungsverfahren richtet) einen Anhörungsbogen (1) oder wird vorläufig festgenommen (2) .

1) Anhörungsbogen als Beschuldigter

Wenn man Beschuldigter in einem Strafverfahren wird, erhält man in der Regel einen so genannten Anhörungsbogen, bzw. Einladung zur Vernehmung als Beschuldigter bei der Polizei.

Viele Beschuldigte neigen dazu, entweder schriftlich oder sogar telefonisch eine Aussage zu machen, obwohl sie nicht wissen, welches Beweismaterial die Polizei, bzw. Staatsanwaltschaft hat. Ebenso neigen viele dazu, die Einladung der Polizei zu einer Vernehmung zu befolgen, um eine Aussage bei der Polizei zu Protokoll zu geben.

Viele Beschuldigte wissen nicht, dass sie nicht gesetzlich verpflichtet sind, bei der Polizei zum Termin zu erscheinen. Im Gegenteil:

Im Deutschen Strafrecht gilt der Grundsatz:
Niemand muss sich selber belasten

Dies bedeutet aber auch: Kein Beschuldigter ist verpflichtet, überhaupt irgendeine Aussage zu machen. Bei Erhalt eines Anhörungsbogens rate ich daher dazu, sofort einen spezialisierten Rechtsanwalt für das Strafrecht zu kontaktieren. Auf keinen Fall würde ich empfehlen, einfach so eine Aussage zu machen, weder mündlich noch schriftlich. Ebenso kann ich nur abraten, bei der Polizei zur Vernehmung zu erscheinen, ohne vorher die Akte gesichtet zu haben.

Optimal wäre es, zunächst Akteneinsicht in Ihren Fall zu beantragen. Dann wissen Sie und Ihr Anwalt, welche Beweismittel gegen Sie vorliegen, bzw. welche Zeugen was gesagt haben, welche Urkunden vorliegen, welche Telefonate aufgezeichnet worden sind. Erst danach muss man sich genau überlegen, wie genau die Aussage (Einlassung) zu erfolgen hat, bzw. ob überhaupt eine Aussage gemacht werden sollte.

Ein Beschuldigter hat im Vergleich zum Zeugen immer ein wichtiges Privileg, nein eigentlich sogar zwei.

a) Er darf komplett schweigen, ohne dass ihm das negativ zugerechnet wird.
Denn es gilt das Prinzip, dass dem Angeklagten (Beschuldigten) die Tat nachgewiesen werden muss.

b) Er darf auch ungestraft lügen. Dies darf beispielsweise ein Zeuge nicht.
Denn auch hier gilt der Grundsatz, dass sich niemand selber belasten muss.

2) Vorläufige Festnahme

a) Mit Haftbefehl
Bei einer vorläufigen Festnahme kommt es darauf an, ob es schon einen richterlichen Haftbefehl gibt oder nicht. Wenn es diesen bereits gibt, kann man davon ausgehen, dass bereits seit einiger Zeit gegen Sie ermittelt worden ist. Dies bedeutet, es gibt bereits Beweismittel, aufgrund derer ein Haftbefehl erlassen worden ist. In diesem Fall muss man besonders vorsichtig sein und trotz unangenehmer Haftverhältnisse in der Untersuchungshaft schweigen, bis Ihr Anwalt die Akte erhalten hat und diese gelesen hat. Erst danach kann eine Einlassung erfolgen. Viele Beschuldigte fangen in dieser Situation an, sofort Aussagen zu machen, in der Hoffnung, sofort freizukommen. Dies misslingt in den meisten Fällen. Am Ende haben Sie eine vorschnelle, wahrscheinlich für Sie ungünstige Aussage gemacht und bleiben trotzdem in Haft.

b) Ohne Haftbefehl
Hier kommt eigentlich nur in Betracht, dass Sie auf frischer Tat, bzw. auf vermeintlich frischer Tat erwischt worden sind. Auch hier fangen viele Beschuldigte an, zu „singen“, also eine Aussage zu machen. Motiv: sofortige Freilassung. Aber auch hier gilt: Schweigen ist Gold. Keine Aussage ohne Akte und ohne Anwalt. Die Gefahr ist zu groß, dass man eine Aussage macht und trotzdem inhaftiert bleibt und die Aussage sich später im Verfahren negativ auswirkt. Ohne Haftbefehl kann man übrigens maximal knapp 48 Stunden festgehalten werden. Anschließend muss der Beschuldigte frei gelassen werden oder es ergeht ein Haftbefehl.

Voraussetzung für den Erlass eines Haftbefehls sind:

1) Dringender Tatverdacht (sehr hohe Wahrscheinlichkeit einer Verurteilung

2) Haftgrund
     a) Fluchtgefahr – der Beschuldigte könnte sich dem Strafverfahren entziehen
     b) Verdunkelungsgefahr (Einflussnahme auf Zeugen, etc.)
     c) Wiederholungsgefahr

3) Aufhebung des Haftbefehls
Wenn der Beschuldigte sich bereits in Untersuchungshaftbefindet, kann ein Haftprüfungstermin beantragt werden. Dieser muss innerhalb von 2 Wochen nach Beantragung anberaumt werden. Im mündlichen Haftprüfungstermin wird vom Gericht unter Anwesenheit des Rechtsanwaltes / Strafverteidigers und der Staatsanwaltschaft geprüft, ob der Haftbefehl vor Beginn der Hauptverhandlung (also des eigentlichen Gerichtsverfahrens) aufgehoben werden kann. Dies kann dann passieren, wenn das Gericht keine Fluchtgefahr, bzw. Verdunkelungsgefahr mehr sieht. Sollte der Haftprüfungsantrag scheitern, kann man auch Haftbeschwerde eingelegt werden. Die Haftbeschwerde ist ein ausschließlich schriftliches Verfahren, welches von der nächsthöheren Instanz entschieden wird.

4) Wohnungsdurchsuchung / Bürodurchsuchung / Beschlagnahme
Die dringende Empfehlung, keine voreilige Aussage zu machen, gilt auch bei einer Haus-, Wohnungsdurchsuchung. Eine Haus- und Wohnungsdurchsuchung ist immer unangenehm. Es sind in der Regel mehrere Personen in Ihrem intimsten Bereich, Ihrer Wohnung oder Ihrem Büro. Diese Personen (Staatsanwälte, Polizei oder Steuerfahndung) kramen in Ihren persönlichen Unterlagen, in Ihrer Kleidung, in Ihren persönlichen Sachen rum. Es gilt jedoch auch hier: Keine Aussage machen, Ruhe bewahren.

In der Regel kann man nicht viel machen in dieser Situation. Sie können sich nur den Durchsuchungsbeschluss zeigen lassen. Wenn dieser vorliegt, dann kann die Polizei, bzw. Steuerfahndung sich in Ihrem Haus oder Wohnung oder Büro umschauen, Sachen durchsuchen und Sachen mitnehmen. Gegen diese Beschlagnahme kann anschließend Ihr Anwalt Widerspruch einlegen, dann muss das Gericht entscheiden, ob die Gegenstände, bzw. Unterlagen weiterhin beschlagnahmt bleiben.

Sonderproblematik: Die beschlagnahmten Gegenstände (auch Geld) gehören Ihnen überhaupt nicht.

Sollten beschlagnahmte Gegenstände (Uhren, Autos, etc. ) überhaupt nicht Ihnen gehören, sondern Dritten, so sollten diese einen eigenen Rechtsanwalt beauftragen, um die beschlagnahmten Gegenstände herauszugeben.